Donnerstag, 29. November 2012
Tag 19 Freitag
Tag 18 Donnerstag
Dann hatten wir eine halbe Stunde Zeit zum Anziehen, fertig machen, Betten abziehen und Bettwäsche abgeben, Rucksack und Tasche packen. Um 6:15 Uhr mussten wir draussen antreten und sind dann mit dem Oberstleutnant geschlossen 20 Minuten bis zum Frühstückssaal marschiert. (Übrigens hatte der Hauptmann gestern unseren vegetarischen Brotaufstrich wieder eingepackt und mitgenommen, obwohl wir den gar nicht mehr haben wollten. Nun hatte ich mein Tütchen wieder dabei fürs Frühstück!). Nach dem Frühstück konnten wir alleine zurück gehen, hatten nochmal ein paar Minuten Zeit zum Sammeln und traten dann um 07:30 Uhr wieder draussen an. Von dort vor unserem Haus ging der nächste Marsch dann zu der Kämpferbahn / Hindernisbahn / Bahn der Selbstüberwindung, die für den Tag heute unsere Aufgabe sein sollte. 18 Hindernisse unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade, unterschiedlicher Kraftanstrengung und Selbstüberwindung. Als erstes haben wir unsere Rucksäcke im Aufenthaltsraum verstaut und bekamen dann das Sicherheitsgurtgeschirr angelegt. Dann gings auch schon zum ersten Hindernis: Sicherungsfrei über einen schräg ansteigenden Holzbalken balancieren. Wir nicht so schlimm, aber die klobigen Bundeswehrstiefel und das nasse rutschige Holz haben so ihr übriges zum schwerer-werden beigetragen. Aber alle haben es geschafft. Dann kam ein Hangel-Hindernis: Mit dem Rücken zur Wand seitlich an einer Metallstange entlang hangeln. Das war sehr schwer, und viele sind auch nicht sehr weit gekommen. Als nächstes dran war wieder ein Höhenhindernis: Diesmal mit Sicherung über einen 15m hohen Metallträger balancieren. War auch okay. Wenn man nur oft genug vor sich hinflucht, wird alles sehr viel leichter :D Am anderen Ende wartete jedoch ein Baumstamm, an dem man herunter rutschen musste, nur stand der in etwa 1m Abstand und man musste da irgendwie erst dran springen. Das hab ich nicht hinbekommen (und die arme Nadine hat sich voll die Knie daran angeschlagen!). Dann kam ein Röhrenhindernis: In völliger Dunkelheit mussten wir auf Händen und Knien durch einen Röhrenkanal krabbeln. Das gemeine war nur: an zwei Stellen wurde der Kanal durch eine Holzeinlage um einiges enger, so dass man sich dort auf dem Bauch durchschieben musste. Gar nichts für Platzangst! Aber auch das haben wir, immer in Vierergruppen, geschafft. Als letztes Hindernis vor dem Mittagessen mussten wir noch zum "Spinnennetz" gehen. Dazu musste man sich erstmal an einem langen Seil wie Tarzan durch die Luft schleudern, in dem Netz landen, hochklettern, oben drüber klettern und dann wieder runter. Das hat niemand von uns geschafft und ehrlich gesagt, ich habs gar nicht erst probiert. Markus ist ohne Tarzansprung hoch, drüber und runter geklettert und war danach so k.o., dass ihm niemand gefolgt ist.
Dann war Mittagspause. Und was gab es? Gulasch. Urrg. Dazu lag aber noch ein bisschen Obst und Brot bereit, das ging dann auch.
Nach dem Essen ging es zum Turm. Das war ein 20m hoher Steinturm mit drei Aufstiegsmöglichkeiten: 1. eine Stange, an der man quasi an der Mauer senkrecht wie Spiderman hochlaufen musste, 2. Klettersteine, also kleine Mauervorsprünge, an denen man hochklettern konnte und 3. eine Art Sprossenleiter mit großen Abständen, in denen man sich auch mit so einem Sicherungsseil einhaken musste. Ich hab erst die kleinen Kletterstufen probiert, aber hatte einfach nicht genug Kraft für den Aufstieg. Also bin ich die Sprossenwand hochgeklettert. Oben angekommen musste man sich gleich auf ein Seil stellen und dann auf diesem Drahtseil in 20m Höhe etwa 30 Meter weit laufen (natürlich gesichert). Der Typ, der am anderen Ende wartete, war sehr lustig und redete die ganze Zeit mit mir, also, genau genommen, war es echt nicht so schlimm. Auf der Plattform bei dem Typ angekommen, musste man sich dann hinsetzen, sich in eine Art Seilbahn einhaken und dann einfach von der 20m hohen Plattform herunter springen. Nichts leichter als das. In der Luft sollte ich dann schon anfangen zu laufen, so dass ich auf dem Boden laufend aufsetze und gleich weiter laufe. Naja, so ganz so hat das nicht funktioniert. Ich habe in etwa wie ein Mehlsack auf dem Boden aufgesetzt und durch den Rückruck hat sich mein Hals kurz sehr merkwürdig verbogen, aber es ist nichts wirklich passiert. Huiuiui! Nach dem Turm kam ein weiteres Balancierhindernis, dann nochmals eines zum Hochklettern und runterspringen (das hab ich nicht mitgemacht) und dann noch ein letzter Balance-Balken, der über einen kleinen Tümpel führte. Das blöde war nur, der Balken war an sehr wackeligen Federn aufgehängt und selbst sehr sehr wackelig. Aber jeder musste dort noch drüber und ein bisschen haben unsere Ausbilder dann die Balken auch festgehalten :) Dann haben wir uns nur noch ein paar Hindernisse angeguckt, aber nicht mehr absolviert (ein anderes Hangelhindernis, eine hohe Holzwand, über die ein paar von uns tatsächlich noch herüber geklettert sind, eine senkrechte Röhre, die man innen hinaufklettern musste - dabei ist eine der Ausbilderinnen dem armen JP so sehr auf die Finger getreten, dass ihm ein Fingernagel fast ganz herausgerissen wurde! - und dann noch schräg gestellte Eisenbahnschienen, an denen man sich bäuchlings hochziehen musste). Dann war es 16 Uhr und die Hindernisbahn offiziell überstanden! Nun mussten wir nur noch das Sicherheitsgeschirr wieder ausziehen, unsere Rucksäcke schnappen und geschlossen zur Kaserne zurück marschieren. Halb fünf bis halb sechs gabs Abendessen (nebenbei konnte ich endlich mit Chuck telefonieren; der war, wie abgesprochen, mit dem Auto nach München gefahren, mittlerweile schon angekommen und im Hotel eingecheckt!!! :D) dann kam endlich unser Bus, wir konnten einsteigen und nach Hause fahren. Dieses Mal sind wir jedoch mit einem anderen Bataillon zusammen gefahren. Deren Hauptmann hatte uns vorher deutlich zu verstehen gegeben, dass wir "Ärzte" doch bitte allein zusammen auf einer Bank sitzen, damit seine Feldjäger ihre eigene Einzelbank haben können. Des weiteren sollten wir uns auch nicht mit denen "mischen", denn sie wollten sicherlich ihre eigenen Gespräche führen. Nun ja, das endete dann darin, dass wir alle zusammen hinten im Bus saßen (die gesamte lange Rückbank nahm ein einzelner schlafender Feldjäger ein!) und die "besseren" im vorderen Busteil, alle alleine auf einer Bank. Aber es war nicht so schlimm; wir hatten Spaß! Wir haben die ganze Fahrt lang nur gelacht :D Zwischendurch gabs eine Pause (wieder bei McDonalds, da hat mir Nadine ihr halbes Twix McFlurry Eis geschenkt, mmmmhhh!!!!) und um 22 Uhr waren wir wieder in der Kaserne. Für eine Stunde saßen dann ein paar von uns mit dem Hauptmann noch im Offiziersheim und haben die letzten zwei Tage Revue passieren lassen (und der Hauptmann hat Krankenscheine verteilt wie Bonbons). Gegen 23 Uhr sind dann auch wir zurück in unser Gebäude und schlafen gegangen.
Bilanz: JP: halb ab Fingernagel
Waldemar: Sehnenzerrung am linken Ellenbogen
Martin: Schmerzen im Schultergürtel, besonders im rechten Sternoclaviculargelenk (vom Stützen der anderen an der Holzwand)
Nadine: beidseits geprellte Kniescheiben
Markus: geprellter rechter Calcaneus
Miriam: immer noch krank (jetzt mit Otitis und Bronchitis)
Samstag, 24. November 2012
Tag 17 Mittwoch - Stetten am kalten Markt
Nun. Wie man sich vielleicht denken kann, fiel uns das Aufstehen heute eher nicht so leicht. Ich hatte einen echten großen Kater. (Aber noch schlimmer dran war der arme Markus, der noch nie in seinem Leben so viel getrunken hatte!) Ich bin so spät wie möglich aufgestanden, schnell rüber zur mensa, hab mir ein trockenes Brötchen geholt und dann schnell zum Unterricht gerannt. Dieter dachte, ich sei total erkältet und hat mir erstmal Aspirin und Antibiotika angeboten! Die erste Stunde hatten wir mit dem Hauptmann, der hat uns eine liste mit Dingen gesagt, die wir noch für Stetten packen sollen, das wars auch schon. Wir hatten dann zeit alles zusammen zu suchen und zu packen. Und es blieben sogar noch ein paar Minuten um in die Sansibar zu laufen und einen Tee zu trinken, in der Hoffnung, der würde unsere Mägen ein bisschen beruhigen. Dann mussten wir wieder zum Unterricht, wieder mal mit dem Oberregierungsrat Paul Kalkbrenner. Und dann wurde mir schlecht. Aber so richtig. So sehr, dass ich schon meinen Fluchtweg freigeräumt hab um im Notfall schnellstmöglich aufs Klo rennen zu können. In einer kurzen Unterrichtspause dachte ich, es wäre so weit und bin zum Klo gelaufen. Annamaria kam mir hinterher und hat mir kalte Stirnumschläge gemacht :D brechen musste ich nicht, aber ich war fest entschlossen sofort in mein Zimmer zu gehen. Aber da hab ich ärger von Markus und Ingo bekommen, also hab ich auch die letzte halbe Stunde noch durchgehalten. Um 11 wars endlich vorbei, Mittagessen hab ich mir gespart, und hab mich bis um 12 nochmal hingelegt. Zwischendurch meldete sich der Tee zurück, der kam dann wirklich auch wieder raus. Kurz war ich nochmal in der Sansibar und hab Eistee und schokolade gekauft für die bustour. Um 12 Uhr haben wir uns mit schwerer Tasche vor unserem Wohngebäude versammelt, alles im Bus verstaut, sind eingestiegen und abgefahren. Irgendwie waren alle müde und einsilbig, also endete jeder von uns alleine auf einer doppelbank und schlief oder träumte vor sich hin. Nur Markus und mir ging es nicht gut. Bei jeder kurve meldete sich mein Magen, Markus sah auch ziemlich grün aus um die Nase. Mit Musik und meinem Eistee ging es mir jedoch bald besser. Und bei unserer pause nach 2.5 Stunden bei McDonalds war ich so gut wie wieder hergestellt. Etwa 16 Uhr erreichten wir die Kaserne in Stetten am kalten Markt. Es war ein riesiges Gelände, so groß, dass man mit einem auto dort von A nach B fahren musste! Wir haben unsere zimmer bezogen, Annamaria und ich in eines und Nadine leider alleine in das andere (Miriam war noch immer krank). Wir hatten dann noch knapp zwei Stunden zeit und haben unsere betten bezogen, Sachen ausgepackt und mit unseren Zimmernachbarn Ingo, Waldemar und Martin erzählt. Kurz vor 6 hieß es wieder antreten und im Marschschritt ging es mit dem Oberstleutnant eine gute halbe Stunde zügig durch die Kaserne, den Wald dahinter bis zum Ochsenkopf. Da war schon unser Spieß, der Grill war schon an und der Tisch gedeckt. Wir saßen in einem kleinen Jagdhaus, erst sprachen OTL und Spieß, dann wurde angestoßen (jeder durfte zwei Flaschen Bier, Cola oder Wasser nehmen) und das Buffett eröffnet. Jeder durfte drei Stücken Fleisch haben oder auch wahlweise keines. Wir haben salat, Brot und Brotaufstrich gegessen und Selters getrunken. 20:45 Uhr sind wir zurück marschiert, sind wieder in unser Unterkunfthaus gegangen, haben schonmal alle Sachen soweit für den nächsten Tag gepackt, geduscht und sind gegen 23 Uhr schlafen gegangen. Noch im doppelstockbett liegend haben Annamaria und noch noch ein bisschen gequatscht, aber dann hieß es wirklich schlafen, denn am nächsten morgen sollte der Wecker um 5:45 Uhr klingeln!
Tag 16 Dienstag
Heute früh kam ich mal leichter aus den federn, denn gestern abend passierte ja nix mehr :-) blöd war nur, dass auf der rechten Seite unseres wohnflures das Licht ausgefallen war, so fiel weder anziehen noch schminken leicht. Aber ich durfte zum Dieter ins Zimmer (linke Flurseite) und mich dort schminken. Nach dem Frühstück begann der Tag heute schon wieder erst mit einem 2-Stunden-langen Vortrag + Bilder über einen Einsatz in Afghanistan und dann nochmal einem detaillierten Vortrag über das Beurteilungswesen der Bundeswehr. Dieses Punkteverteilungssystem ist sowas von subjektiv und verschachtelt... da stehen einem die Haare zu berge! Auch Sportabzeichen und Leistungsnachweis fließen da mit rein. Ein graus! Aber wie gestern schon gesagt, ich mit meinen zwei Jahren werde ja erst gar nicht beurteilt. Bis halb drei haben wir dann noch mit unseren zwei Militärpfarrern "Unterricht gehabt" (also, er hat Lebensstories verteilt). Halb drei war dann schon Unterrichtsschluss und wir durften uns zivil anziehen, denn viertel vor drei ging unsere Klassenexkursion in die Stadt los. Mit bus und ubahn und hautpmann und oberstleutnant fuhren wir bis zum Marienplatz. Dort hörten wir die ersten Vorträge über den Platz und das Rathaus. Im Anschluss sind einige von uns die 302 Stufen des "alten Peter" (einen hohen alten Turm) hochgekraxelt. Von oben hatte man eine fantastische Aussicht über München! Nach dem Abstieg ging es weiter zum Viktualienmarkt (da haben markus und ixh uns vegetarischen brotaufstrich für morgen gekauft) und der Schrannenhalle, über letztere durfte ich reden. Dann hatten wir in der halle ein bisschen zeit uns umzuschauen, vor allem in dem milka-laden im erdgeschoss :-) um 5 gings weiter zum Dallmayer-laden: früher nur Kaffee, heute ein riesiges Feinkostgeschäft und riesen-unternehmen. Um 6 zur traten wir dann unseren letzten Marsch in Richtung Augustinerkeller an. Das ist ja so eines der bekannten Brauhäuser von München. Dort gings los. Erst eine halbe, dann eine ganze maß Bier zum Abendessen. Danach haben sich bis auf 5 Leute von uns alle anderen verabschiedet und sind zurück zur Kaserne gefahren. Wir 5, Annamaria, Ingo, Markus, Jorge und ich wollten noch bleiben. Als nächstes sind wir ins Glockenspiel, eine ziemlich gute Cocktailbar, gegangen und haben jeder zwei sehr sehr gute 8-euro-Cocktails getrunken. Dann haben auch wir uns auf den Rückweg gemacht. In der Kaserne haben wir wieder eines unserer flur-picknicks mit Schokolade und Rotwein veranstaltet, bis sich auf einmal eine Truppe junger Panzergrenadiere zu uns gesellte. Sie hatten eine Kiste Heineken dabei und wir haben ein bisschen mit denen gequatscht bis uns bald jemand gebeten hat, uns gefälligst dort weg zu bewegen. Also sind Ingo, Markus, Jorge und ich (Annamaria hatte sich schlauerweise schon abgeseilt!) zu Danny mit ins Zimmer gegangen und haben dort noch ein bisschen weiter geredet, Musik gehört und Heineken getrunken. Um 2 Uhr hats uns dann gereicht, vor allem wurde der Danny ein bisschen nervig... wir sind dann schließlich auch schlafen gegangen. Unsere schöne Schokolade haben wir dort vergessen :-(
Montag, 19. November 2012
Tag 15 Montag nach dem Bergfest
Heute war mal ein recht unspektakulärer Tag. Viertel vor sieben aufgestanden, mal nicht zum Frühstück gegangen (schlafen war schöner!), sondern gleich um 7:20 Uhr rüber ins Klassenzimmer. Als erstes haben wir dann wieder von so einem Auslands-Einsatz-Veteranen ein paar Dinge über mobile Feldlazarette und Einsatzrettungsteams erfahren. Danach war erstmal Pause und Zeit für einen Kaffee. In der zweiten Vormittagshälfte hat uns ein Korvettenkapitän mal wieder völlig den Wind aus den segeln genommen, als er uns vom punktebewertungssystem der Bundeswehr, der Art und Häufigkeit der Bewertungen und der anschließenden Beurteilungsschreiben erzählte. Immerhin: ich mit meinen zwei Jahren beim Bund bekomme gar keine Beurteilung und befördert wird man in zwei Jahren auch nicht. Also, alles halb so wild für mich und Markus (beide nur zwei Jahre), aber ein elender Leistungkrampf für alle anderen. :( anschließend gabs erstmal Mittagessen und man merkte, wie sich das Letzt-Erlebte allen so ein bisschen auf das Gemüt niedergeschlagen hatte. Irgendwie waren heute eh alle gereizt und frustriert. Vielleicht eine Kombination aus Wochenende-vorbei, letztem Vortrag und beschissen kaltem nebligen Minusgrade-Wetter. Wer weiß. Nach dem essen haben wir wieder ein bisschen Marschieren und Antreten mit dem Hauptmann geübt. Danach gings direkt in die Wehrpathologische Sammlung: ein riesen Sammelsurium (wie das Virchow-Museum der charité) von Präparaten unterschiedlichster pathologischer Vorkommnisse (detaillierte Einzelheiten erspare ich vielleicht lieber). Der präparator und chef des Museums hat uns ein bisschen was erzählt (u.a., dass er den Gunther von Hagen kennt und mit dem schonmal zusammen gearbeitet hat und dass der von Hagen der Bundeswehrpräparatesammlung immer mal Präparate schenkt (plastinate, um genau zu sein)). Und dann konnten wir selbst herum laufen und die Präparate angucken. Kurz nach 2 waren wir damit aber schon fertig und hatten dann auch schon Dienstschluss. Halb drei sind Dieter, JP, Annamaria, Ingo, Markus und ich zur Sporthalle gegangen. Dort haben wir erstmal eine Stunden Badminton gespielt - und man hat gemerkt, dass Markus sich seinen Frust weg-spielen musste! Der hat ja sowas von gemein gespielt. Ingo genauso. Egal. Irgendwann hat Annamaria ihr langärmeliges Oberteil ausgezogen und nur noch im sehr engen kurzen shirt gespielt - da war mit den Jungs dann nichts mehr anzufangen. JP und ich sind dann noch für eine Stunde an die Geräte bzw. auf den Sportplatz gegangen und kurz nach halb fünf war ich wieder in meinem zimmer. Um 5 bin ich Martin und Markus essen gegangen (Markus immer noch frustriert). Um 18 Uhr sind Ingo, Annamaria und Markus in die Stadt gefahren und Martin und ich schnell mit seinem Auto zum Lidl gedüst. Von um 7 bis kurz vor 10 hab ich meine Hausaufgaben für morgen erledigt, mit Chuck gechattet und gelesen. Als mir kurz vor 10 dabei die Augen zu fielen, war ich nur noch duschen, hab Martin und Markus für die OHG abgesagt und gehe jetzt ins Bett. Gute Nacht!
Tag 14 Sonntag
Heute ging das ausschlafen endlich mal gut :-) wir haben danach gemütlich gefrühstückt und dann den Rest des Tages nur noch administrative und vorbereitende Dinge getan wie: Briefe beantworten, telefonieren, die nächsten zwei Wochen organisieren, Wäsche waschen, Blumen gießen und zum Schluss mit einem Cocktail in der Badewanne sitzen :-) um 19 Uhr war dann das Wochenende endgültig vorbei und wir mussten losfahren zum Flughafen. Chuck hat mich noch ein Stückchen begleitet, gegen um 8 mussten wir uns aber verabschieden und ich hab dann eingecheckt. Um 21 Uhr konnte man in das Flugzeug hinein, 21:30 Uhr hoben wir ab. Halb elf in München gelandet. An der Kofferausgabe musste ich lange auf meinen Koffer warten, ich hatte schon befürchtet, er sei nicht mitgeflogen!! Ziemlich zum Schluss kam er dann doch noch. Dann den ganzen Weg durch den langen Flughafen bis zur S-Bahn rollen, nur um festzustellen, dass mir gerade eine bahn vor der Nase weggefahren ist. Ich konnte sogar noch auf den Öffnungsknopf drücken, aber die Türen gingen nicht mehr auf! Sowas blödes, die nächste bahn kam er 20 min später, um halb zwölf :-( bis 0:00 Uhr war ich in feldmoching. Dort umsteigen in die u-bahn, drei Stationen später wieder raus. Bus natürlich auch schon weg. 20 min in eiseskälte warten und dann war ich endlich in der Kaserne (zusammen mit einigen wilden Hasen und Kaninchen, die da munter über den rasen hoppelten) und 5 vor 1 Uhr nachts endlich im Bett. Morgen verzichte ich aufs Frühstück, das bringt mir eine dreiviertelstunde mehr Schlaf.
Sonntag, 18. November 2012
Tag 13 Samstag 18.11.12
Trotz Wochenendes hieß es heute ein weiteres Mal: Wecker stellen, um 8 Uhr aufstehen. Mehraks Umzug stand bevor und wir hatten versprochen zu helfen. Es dauerte ein bisschen, bis wir in die Gänge kamen, aber gegen 10 Uhr waren wir dann doch endlich in Charlottenburg. Und dann ging alles recht schnell: Es gab nicht so wahnsinnig viel zu tragen und außerdem hatte Mehrak in ihrem Haus einen Fahrstuhl!! :D Kurz vor 11 war alles in einen Robben&Wientjes-Wagen geladen und kurz vor 12 alles bei ihren Eltern wieder ausgepackt. :) Erstmal lagerte aber noch alles im Flur, denn die Schränke sollten als erstes ausfgebaut werden. Um 12 Uhr gabs aber erstmal eine Stärkung (Chilli con carne, Fladenbrot, Gemüse, Kuchen, Kaffee und Moncheries :D ), dann haben wir mit vereinten Kräften Schränke und Kommoden aufgebaut, hereingeschleppt und dann den Rest an Kisten und Kartons, Taschen und Tüten auch noch in Mehraks Zimmer getragen. Um 14 Uhr war alles fertig und wir haben uns auf den Heimweg gemacht. Bei Kaufland haben wir dann noch ein bisschen eingekauft, u.a. auch Zutaten für unseren "Fireman's Special"-Cocktail und uns dann nur noch einen ruhigen Abend gemacht :)
Morgen muss ich wieder nach München :(
Freitag, 16. November 2012
Tag 12 Freitag
Tag 11 Donnerstag, 15.11.
Nun, also, leider hatte ich ja mal wieder nur 5 Stunden geschlafen - und heute war Theorie-unterrichts-Tag. Um sechs raus aus den Federn, duschen, anziehen, frühstücken. Da hab ich erstmal 2 große Tassen Kaffee getrunken und so den ersten Unterricht bis zur pause durchgehalten. In der pause hab ich mir eine Flasche Cola gekauft. So gings dann bis zur mittagspause. Da hab ich mich dann zu einem power-nap kurz in mein zimmer verkrochen und auf dem weg zum Nachmittagsunterricht noch einen Kaffee gekauft. So gings dann wirklich ganz gut bis zum letzten Unterricht, der sich auch noch bis über die zeit hinzog, draußen dämmerte es schon. Da wurden wir dann irgendwie alle schläfrig. Aber ich hab durchgehalten, mir sind nicht einmal die Augen zugefallen und abgesehen von ein bisschen zittrigen Händen und Herzrasen vom Kaffee gings mir gut :-)
An Unterricht hatten wir heute morgens als erstes mit dem Hauptmann Karte und Kompass lesen und damit arbeiten, Koordinaten suchen, einzeichnen und zielpunkte finden. Das war ganz lustig. Danach erzählte uns der Oberstleutnant etwas zur Politischen Bildung. Eigentlich hat er aber nicht viel gesagt, sondern immer nur gesagt, wie wichtig PB ist, hat uns stories von ihm aus Berlin erzählt und dann noch ein quiz mit uns gemacht. Naja, dann kam wieder der Rechtsregierungsrat (oder so), der aussieht wie Paul kalkbrenner und ist mit uns die wichtigsten Artikel des Grundgesetzes durchgegangen. Dann kam nochmal unser Hauptmann, wir haben ein bisschen weiter mit karte und Kompass gespielt und er hat uns noch die Truppenausweise ausgeteilt. Zum Schluss kam ein anderer Hauptmann, der uns etwas zum Berufsbild Sanitätssoldat erzählen sollte. So ein hirnamputierter Blödmann. Hat uns da in angst und Schrecken versetzt mit seinen Auslandseinsätzen und den Führungsaufgaben, die wir dann haben. Lustigerweise hat der auf viele Leute aus unserer Gruppe so gewirkt. Das hat sich dann hinterher in den Gesprächen herausgestellt. Markus, der Chirurg, hat sich sogar ein bisschen mit dem angelegt, weil der einfach überhaupt keine Ahnung von Medizin hatte. Und am ende hat er auch noch überzogen! Naja, wurscht. Ingo, Markus und ich sind dann anschließend gleich zum Sport rüber gegangen. Etwa von halb 5 bis halb sechs. Dann hatte ich ENDLICH Gelegenheit Chuck anzurufen, der war nämlich schon lange in Berlin gelandet und zuhause :-) aber er musste durch eine ziemliche Odyssee: erst 6 Stunden Verzögerung in New York und dann nochmal 6 Stunden Verzögerung in London wegen Nebel. Letztendlich war er dann um 16 Uhr in Berlin, geplant war um 8 Uhr morgens. Und eigentlich sollte ja heute unser neues Bett geliefert werden, das musste Chuck vom londoner Flughafen aus auch erstmal wieder verschieben. Na, nun kommts eben nächste Woche.
Dann war es 19 Uhr und ich musste ins Offiziersheim, dort waren Martin, Waldemar und ich verabredet um an unserer blöden Power Point Präsentation über Stil und Formen zu arbeiten. So recht Lust hatten wir nicht, aber ein bisschen was haben wir schon geschafft. Nach und nach kamen noch Dieter, Nadine, JP und Markus dazu, wir haben Bier und essen bestellt und einstimmig beschlossen, nächste Woche weiter zu arbeiten, aber nicht mehr heute. Gegen halb zehn saßen nur noch Martin, Markus und ich da und haben gequatscht und von halb elf bis halb zwölf nur noch Markus und ich. Wir haben über Auslandseinsätze diskutiert und wurden leider dabei von anderen Hauptmännern belauscht, aber egal. Was solls. Naja, dann sind auch wir durch die Eiseskälte zurück marschiert und halb eins hab ich endlich geschlafen. Wieder so spät. :-( aber morgen ist ja Freitag! :-)
Mittwoch, 14. November 2012
Tag 10 Mittwoch
Wieder ein Tag herum. Heute konnte ich bis 6 Uhr "ausschlafen". Dann schnell aufgestanden, angezogen und sogar nochmal schnell mit einem sehr mueden, aber fertig gepackten, Chuck gesprochen, der heute endlich wieder nach Berlin fliegt! :)
Dann gabs Fruehstueck und anschliessend wieder Theorie-Unterricht. Den Anfang machte ein Oberstarzt, der uns viel ueber Auslandseinsaetze und die Versorgung der Truppen im Ausland, ueber aktuelle Krisenherde und die Teilnahme der Bundeswehr daran erzaehlt hat. Und ich sage euch, das hat keinen Mut gemacht! Er hat zwar versucht, es ganz human darzustellen, aber mir ist echt nicht positives daran klar geworden!
Danach kam eine Dame von der Sozialberatung, die uns erstmal ueber solche Sachen wie Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung aufgeklaert hat. Vieles wusste ich schon, aber einiges war mir auch neu. Vor allem was meine Krankenversicherung angeht. Ich dachte, ich haette da meine Schaefchen im Trockenen, aber weit gefehlt! Nochmal drum kuemmern. Na, passt schon.
Nach ihr kam dann wieder unser leicht verrueckter Oberstleutnant und hat uns irgendwelche Grundsaetze oder Grundgesetze vorgelesen und Anekdoten dazu erzaehlt. Ganz genau hab ich nicht alles verstanden, denn ich war wirklich kurz vorm Wegnicken. Aber den anderen ging es genau so! Muss das graue, neblige Wetter draussen sein! Zum Schluss kam dann nochmal unser Hauptmann und hat uns unsere Truppenausweise und die Rueckfahrkarten ausgehaendigt. Ich darf heim FLIEGEN!! :D
Danach haben Markus (der Chirurg), Martin (der Anaesthesist) und ich in unserer neuen Stammeinheit (was das Bundeswehrkrankenhaus in Berlin meint) angerufen und gefragt, wie wo wann wir am ersten Arbeitstag da aufkreuzen sollen. Das allercoolste ist naemlich, wir drei und der Jorge, gehen ins BWK Berlin. Und wegen der Berufe der zwei (Chirurg und Anaesthesist), werden wir sogar noch relativ enge Kollegen :) und am allertollsten ist, dass es genau die beiden sind, die nach Berlin gehen, denn ehrlich gesagt, abgesehen von den Maedels, sind das meine zwei Lieblingskollegen. :)
Nun gut, hatten wir das also auch erledigt. Dann mussten wir uns schnell umziehen und zum Sport rueber, wir hatten naemlich heute als ganze Gruppe zusammen Sport. Waldemar hat ein paar lustige Aufwaermuebungen mit uns gemacht und dann durfte jeder so sein eigenes Ding durchziehen. Kurz vor vier mussten ein paar Leutchen von uns wieder rueber zum Spiess (ich sage immer "rueber" weil die Sporthalle ein bisschen abseits vom Kasernenkomplex liegt), denn der hatte einige von den nachbestellten Klamotten fuer uns: ich habe meine Hosen und Roecke fuer die Dienstuniform und kurze Sporthosen bekommen. Anschliessend sind J.P. und ich nochmal fuer eine dreiviertel zum Sport gegangen, dann zurueck in unser Gebaeude und kurz nach fuenf bin ich, zum allerersten Mal in diesen zwei Wochen, alleine zum Abendessen gegangen. Ein paar der Jungs waren ins Kino gefahren, ein paar andere wollten erst gegen 19 Uhr in der OHG (Offiziersheim) essen... naja. so war ich da also alleine. war aber auch mal ganz schoen. So langsam gehen mir naemlich ein paar spezielle Leutchen aus unserer Gruppe so ein bisschen auf die Nerven und so habe ich beim Abendessen mal die Ruhe genossen :) Von halb sechs bis halb sieben hab ich an unserer Power-Point-Praesentation fuer den Stil-und-Formen-Abend gearbeitet und bin dann auch rueber in die OHG zu den anderen gegangen.
Dienstag, 13. November 2012
Tag 9, Dienstag 13. Nov
Tag 8 Montag
Dann wurde gewechselt und wir mussten zu den G36 Gewehren. Auch hier hiess es wieder, Sicherheitspruefung, dann auseinander bauen, Teile richtig bezeichnen, wieder zusammensetzen. Dann teilladen, sichern, entsichern, laden, schiessen, sichern usw. usw. Und es war immer noch sau kalt. Endlich war Mittagspause und wir konnten uns ein bisschen aufwaermen. Irgendwie war das alles auch nicht mehr so erfreulich, wenn Finger und Gelenke steif gefroren sind und man schon gar nicht mehr weiss, wie man sich auf den kalten Boden setzen soll! Beim Mittagessen gab es erfreulicherweise sogar Suppe :)
Um 13 uhr haben wir uns dann wieder getroffen, aber diesmal in der Waffenhalle. Dort war ein Simulationsschiessstand aufgebaut. Immer zu viert standen wir dann vorne an einer Art Spiegelfolie, auf die Ziele projiziert wurden und mit ungeladenen Waffen mussten wir dann darauf schiessen. Erst kamen Zielscheiben. Da hat meine P8 dann erstmal nur einen Schuss abgegeben und dann nichts mehr. Half nix, runter, naechste Gruppe. Bei der naechsten Runde haben wir dann einzeln geschossen und da hats dann funktioniert mit den 5 Schuessen, aber nicht so richtig mit dem Treffen. Ich hab zwar immer die Scheibe getroffen, aber bin nicht auf 25 Punkte gekommen (also, in jedem Ring der Scheibe steht eine Punktzahl und da wo man hingeschossen hat, die Punkte werden gewertet und zusammen gezaehlt). Dann wurde das Ziel schon gewechselt. Anstelle der Scheiben standen da drei Pappsoldaten, wir hatten wieder 5 Schuss, jeder Schuss musste einen Pappsoldaten treffen. Das haben wir auch zweimal gemacht. Und da es egal war, WO man den traf, war diese Uebung weniger schwer als die mit der Zielscheibe. Als letztes haben wir noch die G36 geschossen. Diesmal gab es ein richtiges Szenario: Wir lagen auf einer Unterlage, vor uns ein Sandsack, auf dem konnten wir das Gewehr auflegen. Auf der Scheibe sahen wir einen Wald und wir wurden von feindlichen Soldaten beschossen. Diese galt es zu eliminieren. Wie in einem furchtbaren Videospiel. Das haben wir zum Glueck nur ein Mal gemacht, dann war es Viertel nach 4 und alle Verheirateten unserer Gruppe mussten nochmal zum Rechnungsfuehrer. Der erklaerte uns dann in schoenstem Kaugummi-Bayrisch, warum und wer ab wann und wieso eine BahnCard25 oder 50 beantragen kann, zusaetzlich zum Trennungsgeld, wenn man verheiratet ist. Der Typ ist echt die Haerte. Er kann alles nur eher schlecht als Recht erklaeren und dann auch noch in so einem starken Dialekt, dass man ihn sowieso nicht versteht. Naja. Dreiviertel fuenf war der dann auch fertig und wir konnten endlich in unser Zimmer gehen und den ganzen Kram hinschmeissen. Um 5 sind ein paar von uns wieder in die Sporthalle gegangen, wir haben da etwa eine Stunde ein bisschen Kraftsport gemacht. Waldemar, unser Sportlehrer hat viele gute Tipps! Dann zurueck, duschen und um sieben sind wir in das Offiziersheim gegangen. Nach und nach trudelten dort immer mehr Leute ein, der Hauptmann auch und dann waren wir schon wieder eine schoene grosse Runde. Mehr als zwei Glas Rotwein hab ich aber nicht geschafft, nach dem Tag waren wir alle echt k.o.! Zum Schluss haben Markus (derAllgemeinchirurg) und ich noch ein bisschen auf dem Flur gequatscht. Voller Schrecken musste ich feststellen, dass es schon halb zwoelf war! Bis halb eins hab ich dann noch mit chuck gechattet und schon waren es nur noch 5 Stunden Schlaf diese Nacht!