Donnerstag.
Aufstehen - frueh wie immer. Dann zum Fruehstueck und rueber in den "Hoersaal" (unseren Klassenraum). Dort musste ich leider feststellen, dass ich eines der Formulare, die wir heute abgeben sollte, in meinem Zimmer vergessen hatte. Also, wieder drei Etagen runter, ueber den Hof rennen, drei Etagen hoch ins Zimmer, die Etagen wieder runter und dann wieder 3 Etagen hoch zum Klassenzimmer. Und das alles im kompletten Feldanzug und den scheiss schweren Stiefeln. Arrg. Das schoene ist aber, dass man bei einem so klaren und kalten Tag wie heute aus unserem 3. Stock-Fenster bis zu den Alpen sehen konnte!!
Der Kasernenhof aus dem Klassenzimmerfenster
Das Klassenzimmer
Bis halb elf hatten wir dann Unterricht bei einem Rechtsberater (Regierungsrat Schietke), der ein bisschen aussah wie Paul Kalkbrenner mit rasierten Augenbrauen. Der redete dann ueber Dinge, wie "wen duerfen wir erschiessen und wer ist als Zivilist zu schuetzen" und aehnlich markabere Themen, die mir eine Gaensehaut nach der anderen ueber den Pelz jagten. Die Jungs fanden das alle ganz witzig, ich konnte eher weniger darueber lachen. Eines der Maedels formulierte treffend: erst duerfen wir sie erschiessen und dann muessen wir sie wieder zusammen flicken". Als der RR fertig war, kam noch eine Stunde bei unserem bizarren Oberstleutnant in Taktischen Zeichen und Schlachtplangestaltung, dann gabs Mittagessen (um 11 Uhr). Danach ging es auch schon weiter mit Kriegsfuehrung und noch ein bisschen Unterricht in den hierarchischen Strukturen des Sanitaetszweiges der Bundeswehr. Um 14 Uhr hatten wir dann einen Fototermin bei der Fotografin der SanAk, die Passfotos von uns fuer unseren Truppenausweis geschossen hat. Anschliessend gab es noch ein Gruppenfoto auf dem Hof und dann mussten wir schon wieder antreten zur naechsten Uebung fuer heute: dem exzerzieren. Wir lernten also Befehle zu befolgen, uns als Gruppe zu formatieren, im Gleichschritt zu marschieren und korrekt zu gruessen. Wir lernten, wie man eine korrekte Meldung macht und den Hoersaal dem diensthoeheren Feldherren ankuendigt. Alles sehr sinnvolle Uebungen.
Gegen 16 Uhr wurde es langsam sehr kalt und wir waren endlich fertig auf dem Uebungsplatz. Der Tag war fuer heute beendet. Ingo und ich gingen dann noch fuer eine Stunde in die Sporthalle und haben ein bisschen an ein paar sehr guten Geraeten geuebt. An der Klimmzugstange bin ich trotzdem nicht laneger haengen geblieben. Es ist echt hoffnungslos :( aber danach war ich wirklich schoen k.o.! Wir haben es dann gerade so noch zum Abendessen geschafft. Eigentlich wollte ich dann nur noch duschen und frueh ins Bett, aber natuerlich kam alles anders. Irgendwie war von unseren Kameraden niemand mehr zu sehen. Und es war ja erst um 6. Also beschlossen Ingo und ich nochmal zum Lidl zu laufen (was fuer eine Attraktion das sein kann!). Unterwegs fiel auf, dass wir kein Bargeld mehr hatten, also disponierten wir um und machten uns auf den Weg zum Real, der hier auch irgendwo ausgeschildert ist. Wir liefen also eineinhalb Stunden im Marschschritt, bis wir den Real endlich fanden - zu meiner allergroessten Freude gab es dort einen Sparda Bank Automaten!!! :D Wir haben uns noch zwei Khaki-Fruechte fuer den Weg gekauft und nahmen dann den Heimweg in eine andere Richtung auf. Es dauert vielleicht maximal eine viertel Stunde, da kamen wir bei dem Lidl an der Kaserne vorbei. Wir waren also irgendwie aussen- und falschherum gelaufen und so knapp zwei Stunden unterwegs gewesen! Nun ja, so haben wir gleich noch ein bisschen mehr Sport gemacht. Als wir zurueck in unserem Gebaeude waren, hiess es auf einmal, wir treffen uns um 20 Uhr im Offiziersheim. Seufz. na gut. Dann also auch da noch hin. Dort sassen schon JP, unser Hauptman und Marcus bei einem Bier. Irgendwann schlug der Hauptmann eine Schnappsverkostung vor. Nun gut, wir alle mussten mitmachen (wir 5 Soldaten, mich eingeschlossen) und der Hauptmann. Es gab also eine Reihe von Schnaeppsen zu probieren, die wir erraten mussten. Dabei waren u.a. Himbeer-, Haselnuss-, Schlehen-, Vogelbeer-, Baerwurz- und Blutwurz-Schnapps. Letzterer wurde der Favorit meiner Kameraden und trug fuer den Rest des Abends im Rahmen von sehr vielen lustigen Wortspielen zur allgemeinen Erheiterung bei. Es war eine kleine lustige Runde, gegen halb elf allerdings brachen wir nach genug Blutwurz-Schnapps auf. Marcus und Ingo wollten allerdings noch nicht in ihre Koje, also versuchten wir noch im Unteroffiziersheim unser Glueck. Dort tranken wir noch eine Whisky-Cola, wurden dann aber bestimmt heraus beordert, denn um 11 uhr wollten die Gastwirte den Laden schliessen. Nun, was nun. Die beiden wollten immer noch nicht zurueck, also verliessen wir noch einmal das Kasernen-Gelaende auf der Suche nach einer kleinen Kneipe. Dabei trafen wir noch Anna und Waldemar, die beiden waren im Kino gewesen, im neuen James Bond Film. Sie wollten aber nicht noch mit uns mitkommen, immerhin war es mittlerweile schon halb zwoelf. Auf dem Weg zu einer Kneipe konnte Marcus einem frisch zusammen geharkten Blaetterhaufen nicht widerstehen
und Ingo machte Bekanntschaft mit dem unfreundlichsten Tankwart Muenchens. Ein paar Ecken weiter sollte es die Pils-Farm, eine Kneipe, geben. Die hatte zwar eine geschlossene Gesellschaft, aber nebenan gab es noch eine Kneipe, die war offen und leer und dort tranken wir noch ein letztes Bier, bevor wir halb ein den Heimweg antraten. Ich war nun wirklich auch rechtschaffen muede, ausserdem war es verdammt kalt und meine Bauchmuskeln taten schon weh vom vielen Lachen - die Jungs sollten eine eigene Show bekommen! Um eins lag ich dann endlich im Bett und hatte, wie schon angedeutet, dann keine Energie mehr, diesen Blogeintrag zu schreiben.
und Ingo machte Bekanntschaft mit dem unfreundlichsten Tankwart Muenchens. Ein paar Ecken weiter sollte es die Pils-Farm, eine Kneipe, geben. Die hatte zwar eine geschlossene Gesellschaft, aber nebenan gab es noch eine Kneipe, die war offen und leer und dort tranken wir noch ein letztes Bier, bevor wir halb ein den Heimweg antraten. Ich war nun wirklich auch rechtschaffen muede, ausserdem war es verdammt kalt und meine Bauchmuskeln taten schon weh vom vielen Lachen - die Jungs sollten eine eigene Show bekommen! Um eins lag ich dann endlich im Bett und hatte, wie schon angedeutet, dann keine Energie mehr, diesen Blogeintrag zu schreiben.
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